Materialkunde: Vom Naturmanau zum Rattan

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1) Peddigstangen, 5 - 20 mm Durchmesser 2) Peddigstangen, 1,5 - 5 mm Durchmesser 3) Peddigschiene 4) Naturmanau 5) Rattan
Gewinnung von Rattan als Flechtmaterial
Der Rattan, lat.: calamus rotan, stammt aus der Familie der Drachenblutpalme und wächst in den Dschungeln Asiens. Es ist eine lianenartige Kletterpalme, deren Rinde und Seitentriebe mit spitzen Stacheln versehen sind. Die stachelige Schale muss zuerst und zwar unmittelbar nach dem Schnitt abgeschält werden. Danach bleiben die grünen Rattanstangen oder Manaustangen zurück. Anschließend werden die Stangen in einem Ölsud gekocht. Die so behandelten Rattanstangen werden zum Trocknen aufgestellt oder in die Sonne gelegt. Diese Stangen haben jetzt schon die schöne, ockergelbe Schale. Trotz der Behandlung, der sie unterzogen wurden, kann man immer noch die Wachstumsknoten erkennen.

Weiterverarbeitung des Rattans
Die nun offen liegende kieselsäurehaltige, glasharte Oberhaut des Rattans wird, ähnlich wie bei der Peddigrohrherstellung, durch ein düsenförmiges Schneidewerkzeug entfernt. Das so freigelegte engfasrige Holz kann nun weiterbearbeitet werden. Nach der Entfernung der Oberhaut besteht jetzt auch die Möglichkeit das Holz zu beizen oder zu lackieren. Naturmanau und R A T T A N lassen sich unter Dampf bzw. über offener Flamme biegen und in neue Form bringen.

Peddigrohr
Peddigstangen, -faden und- schienen werden aus weichwüchsigen Calamus Rotan Arten gewonnen. Der runde bzw. flach-ovale Querschnitt entsteht, wenn die Naturrohrstangen durch düsenförmige Schneidewerkzeuge gedrückt werden.


Rattan hilft bei der Rettung des Regenwaldes
Sinnvolle Brachlandnutzung
Rattanplantagen würden u. a. in Malaysia und Thailand für riesige Brachflächen eine sinnvolle Nutzung ermöglichen. Der Druck auf die tropischen Wälder wird verringert, weil Rattangärten der ländlichen Bevölkerung eine neue Perspektive eröffnen und sie zu ihrem eigenen Überleben nicht mehr auf das Fällen von großen Bäumen angewiesen sind. Hinzu kommt, dass der Regenwald vielerorts lukrativer ist als Ackerbau und Viehzucht, die zuweilen recht bescheidene Ergebnisse liefern. Dafür lohnt es sich nicht mehr, den Regenwald großflächig abzubrennen - dank Rattan.

(Ausschnitt aus einer Fachzeitschrift)
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